Ich trage 50. Deshalb gibt es OFFSCALE.
OFFSCALE ist keine Modemarke, die irgendwann auch große Größen entdeckt hat. Es ist das Gegenteil: eine Marke, die es nur gibt, weil ihr Gründer seit vierzig Jahren Socken trägt, die nicht passen, und irgendwann beschlossen hat, das selbst zu lösen.
Thomas Kercher · Schuhgröße 50Ich habe Schuhgröße 50. Das heißt, ich kenne jede Socke, die es für große Füße gibt, und ich kenne das Gefühl, wenn die Ferse unter dem Fußgewölbe sitzt, die Spitze nach drei Wochen durchscheint und der Bund abends einen Ring am Schienbein hinterlässt.
Nach der letzten erfolglosen Suche habe ich aufgehört zu suchen und angefangen zu messen.
Warum es diese Socken nicht gab
Die Antwort ist nüchtern: Stückzahlen. Jede Sockengröße ist ein eigenes Maschinenprogramm und ein eigener Lagerplatz. Oberhalb von 46 werden die Mengen für große Hersteller klein, also wird zusammengefasst. Eine Strickgröße bekommt das Etikett „47–50“ und die Dehnung soll den Rest erledigen. Für den Hersteller rechnet sich das. Für jeden, der tatsächlich 49 oder 50 trägt, heißt es, dass die Socke jeden Tag zwei bis drei Zentimeter zu kurz ist.
Dabei ist das Problem technisch kein großes. Eine Socke für einen 32-Zentimeter-Fuß braucht eine 32-Zentimeter-Sohle, einen längeren Schaft und einen weiteren Bund, weil große Füße selten an dünnen Beinen hängen. Das muss nur jemand bestellen, in Stückzahlen, die sich für die Strickerei lohnen. Also habe ich es bestellt.
Wie OFFSCALE entstanden ist
Ich bin Techniker, kein Modemensch. Der Anfang war deshalb kein Moodboard, sondern eine Tabelle: Fußlängen pro Schuhgröße, Sohlenlängen, Schaftlängen, Bundweiten. Daraus wurden drei Stufen, 46–47, 48–49 und 50–51, jede mit eigener Länge, fest eingestrickt. Eine vierte Stufe, 52–53, ist fertig entwickelt und wartet darauf, dass genug Leute sie reservieren.
Die Muster habe ich an meinen eigenen Füßen getestet: getragen, gewaschen, in den Trockner gesteckt. Die erste Runde saß am Fuß perfekt und am Bein zu eng. Also wurden Schaft und Bund ab 48–49 weiter gestrickt, mit weicherem Garn und lockererer Maschendichte, bevor ich ein einziges Paar für den Verkauf bestellt habe.
Dass die Socken dann auch gut aussehen, war die zweite Entscheidung. Wer große Füße hat, bekommt meist weiße Sportsocken oder Schwarz. OFFSCALE sind Anzugsocken mit Farbe: sechs Designs, drei fürs Büro, drei mit Haltung, der Schriftzug versteckt auf der Innensohle, damit außen nur die Farbe zu sehen ist.
Wo und wie gestrickt wird
Die Socken werden in Zhuji in der chinesischen Provinz Zhejiang gestrickt, der Stadt, in der ein großer Teil der Socken dieser Welt entsteht. Unsere Strickerei ist darauf spezialisiert, arbeitet auf 168-Nadel-Maschinen mit gekämmter Baumwolle und strickt nach unseren Maßen, nicht nach ihrem Standard. Wir sagen das offen, weil wir finden, dass die Herkunft auf das Etikett gehört und nicht ins Kleingedruckte. Kontrolle, Lager und Versand laufen über die Jomicon GmbH in Mutterstadt in der Pfalz.
Ein Preis für jede Größe. Wer 50 trägt, zahlt bei uns nicht mehr als jemand mit 46, obwohl in seiner Socke mehr Garn steckt.
Die Fakten
Was als Nächstes kommt
Die erste Auflage wird gerade gestrickt und kommt im Winter 2026. Wer sich mit seiner Größe einträgt, erfährt den Starttermin zuerst und hat die erste Wahl bei den Designs. Danach kommen, wenn genug Leute fragen, die Stufen 52–53 und größer, und irgendwann vielleicht mehr als Socken. Aber eins nach dem anderen. Erst sollen die Socken passen.
Die Industrie war zu klein.
Fragen, Kritik, eine Größe, die wir vergessen haben? Schreib mir: offscale@jomiconpartners.com